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	<title>Soziales &#8211; Onkoforum Celle</title>
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	<title>Soziales &#8211; Onkoforum Celle</title>
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		<title>Kampagne „Working With Cancer“ unterstützt krebserkrankte Mitarbeiter</title>
		<link>https://onko-forum-celle.de/2023/01/26/kampagne-working-with-cancer-unterstuetzt-krebserkrankte-mitarbeiter/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fritz Gleiß]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Jan 2023 09:42:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemeine News]]></category>
		<category><![CDATA[Soziales]]></category>
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					<description><![CDATA[Rund die Hälfte der Menschen erkrankt im Laufe des Lebens an Krebs. Wie geht man jedoch nach der Diagnose damit um, vor allem auch gegenüber dem Arbeitgeber? Um das Stigma von Krebs am Arbeitsplatz zu beseitigen, hat die französische Publicis Groupe die „Working With Cancer“-Verpflichtung ins Leben gerufen, an der sich auch die Haymarket Media [&#8230;]]]></description>
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<h1 class="wp-block-heading"></h1>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Rund die Hälfte der Menschen erkrankt im Laufe des Lebens an Krebs. Wie geht man jedoch nach der Diagnose damit um, vor allem auch gegenüber dem Arbeitgeber? Um das Stigma von Krebs am Arbeitsplatz zu beseitigen, hat die französische Publicis Groupe die „Working With Cancer“-Verpflichtung ins Leben gerufen, an der sich auch die Haymarket Media Group als eines der ersten 30 Unternehmen beteiligt.</strong></h4>



<h2 class="wp-block-heading">Unterstützung für Menschen mit Krebs</h2>



<p>Der Vorstandsvorsitzende des multinationalen Werbedienstleisters und Medienkonzerns Publicis Groupe, Arthur Sadoun, gehört zu den Betroffenen. Im vergangenen Jahr machte Sadoun seine Krebs-Diagnose öffentlich und gab Einblicke in seinen gesundheitlichen Zustand während der Behandlung. Auf dem Weltwirtschaftsforum kündigte er nun die branchenübergreifende Initative „Working with cancer“ an, bei der es darum gehe, das Stigma von Krebs am Arbeitsplatz zu beseitigen. Mitarbeitende, die an Krebs erkrankt sind, sollen dadurch Unterstützung erhalten. Ebenfalls unterstützt wird die Kampagne von führenden Krebshilfsorganisationen wie dem Memorial Sloan Kettering Cancer Center (MSK), Macmillan Cancer Support und dem Gustave Roussy Institute. Zudem haben sich über 30 internationale Unternehmen der Initiative angeschlossen, zu denen auch die Haymarket Media Group, in der die TASPO erscheint, gehört. Weitere Unterstützer sind unter anderem Adobe, Disney, Google, L&#8217;Oréal, Marriott, McDonald&#8217;s, Mondelez, Microsoft, Nestlé, Renault Group, Toyota und Unilever.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Jeder zweite Mensch erhält Diagnose Krebs</h2>



<p>Nach Erkenntnissen der International Agency for Resarch on Cancer (IARC) sei es wahrscheinlich, dass jeder zweite Mensch im Laufe seines Lebens an einer Art von Krebs erkranken wird. Untersuchungen haben ergeben, dass allerdings auch 50 Prozent der Menschen mit Krebs Angst davor haben, ihre Diagnose dem Arbeitgeber gegenüber öffentlich zu machen. Dennoch sind sich 92 Prozent sicher, dass sich Unterstützung am Arbeitsplatz positiv auf ihre Gesundheit auswirken könne. An diesem Punkt setzt die Initiative an und ruft Unternehmen dazu auf, für eine möglichst offene, unterstützende und genesungsfördernde Arbeitskultur für die Mitarbeitenden zu sorgen. Jedes Unternehmen sei demnach eingeladen, sich der sich der Bewegung unter <a href="https://www.workingwithcancerpledge.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Workingwithcancerpledge.com</a> anzuschließen. Hier besteht auch die Möglichkeit, das eigene Engagement für Krebspatienten innerhalb des Unternehmens vorzustellen. Publicis verpflichtet sich unter anderem, Krebspatienten mindestens ein Jahr lang einen sicheren Arbeitsplatz zu bieten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">„Gesundheit und Wohlbefinden der Mitarbeiter von größter Bedeutung“</h2>



<p>„Wir sind ein Familienunternehmen, das sich der Förderung eines integrativen Umfelds verschrieben hat, in dem sich jeder Kollege geschätzt und unterstützt fühlt und sich voll und ganz in die Arbeit einbringen kann. Unser Erfolg hängt von der Leistung unserer Mitarbeiter ab, und ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden sind von größter Bedeutung. Da die Hälfte von uns im Laufe ihres Lebens wahrscheinlich eine Krebsdiagnose erhält, müssen wir offen über diese Krankheit und ihre unvermeidlichen Auswirkungen am Arbeitsplatz sprechen. Im Namen von Haymarket sind wir stolz darauf, die ‚Working with Cancer‘-Verpflichtung zu unterstützen. Wir danken Publicis Groupe für die Unterstützung dieser wichtigen Initiative“, erklärt Kevin Costello, CEO der Haymarket Media Group die Hintergründe der Unterzeichnung der Verpflichtungserklärung. Haymarket stellt der Kampagne als Medienunternehmen unter anderem Werbeflächen zur Verfügung.</p>



<p>(Veröffentlichungsdatum: 19.01.2023, Sven Weschnowsky / TASPO Online</p>
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		<title>Fahrservice für Patienten</title>
		<link>https://onko-forum-celle.de/2023/01/24/fahrservice-fuer-patienten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fritz Gleiß]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Jan 2023 11:10:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemeine News]]></category>
		<category><![CDATA[Angebote]]></category>
		<category><![CDATA[Soziales]]></category>
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					<description><![CDATA[Ab sofort bieten wir gemeinsam mit dem ASB einen Patientenfahrservice an. Mobilitätseingeschränkte Ratsuchende und Patient:innen aus dem Landkreis, die durch unsere Fachkräfte begleitet werden, sollen so in die Lage versetzt werden, Beratungs- und Therapie-Angebote wahrzunehmen, für die öffentliche Kassen die Fahrtkosten nicht übernehmen. Darunter fallen z.B. nicht verordnete Besuche beim Augenarzt oder Fahrten zur Einholung [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ab sofort bieten wir gemeinsam mit dem ASB einen Patientenfahrservice an. Mobilitätseingeschränkte Ratsuchende und Patient:innen aus dem Landkreis, die durch unsere Fachkräfte begleitet werden, sollen so in die Lage versetzt werden, Beratungs- und Therapie-Angebote wahrzunehmen, für die öffentliche Kassen die Fahrtkosten nicht übernehmen. Darunter fallen z.B. nicht verordnete Besuche beim Augenarzt oder Fahrten zur Einholung einer bei Krebs unbedingt empfohlenen Zweitmeinung ebenso wie Besuche von Selbsthilfegruppen. Auch Kindern und Jugendlichen aus entlegeneren Orten, die unter der Krebserkrankung von Angehörigen leiden, soll so der Besuch unserer Gruppenangebote erleichtert werden.</p>



<p>Krebspatient:innen stehen oft unter hohem finanziellen Druck und können sich viele erwünschte Fahrten zur gesundheitlichen Beratung und Betreuung nicht leisten. „Ein Fahrdienst, der immer dann zur Verfügung steht, wenn die Krankenkasse die Kosten nicht übernimmt und das Geld für ein Taxi nicht reicht, kann die Schwelle, gesundheitsfördernde Angebote wahrzunehmen, insbesondere in ländlichen Gegenden maßgeblich senken“, sagt der Initiator des neuen Angebots Fritz Gleiß. Belegt werden Bedarf und Nützlichkeit seit Jahren durch ein ähnliches Angebot im Landkreis Walsrode.</p>



<p>Besonders für Krebs-betroffene Familien mit Kindern kann es eine enorme Entlastung darstellen, wenn sich die Eltern nicht mehr bzw. nicht auch noch um den Transport ihrer Kinder zu Terminen im Projekt &#8220;Ja, ich bin auch noch da!&#8221; kümmern müssen. „Gemeinsam mit dem Onkoforum füllen wir hier wieder einmal Lücken im sozialen Netz, die es eigentlich gar nicht geben dürfte“, sagt Martin Ulbrich, Geschäftsführer des ASB Celle.</p>



<p>Das Angebot erfährt eine Startförderung durch die Niedersächsische Krebsgesellschaft aus Mitteln der Hand-in-Hand-Spendenaktion des NDR, ist aber ansonsten auf Spenden angewiesen. Kontakt und Fahrtvermittlung: Onkologisches Forum Celle, Fritzenwiese 117, 29221 Celle, Tel. 05141/2196600, info@onko-forum-celle.de.</p>
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		<title>Armut und Krebs: Zeit, den Teufelskreis zu durchbrechen!</title>
		<link>https://onko-forum-celle.de/2022/11/16/armut-und-krebs-zeit-den-teufelskreis-zu-durchbrechen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fritz Gleiß]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Nov 2022 09:12:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemeine News]]></category>
		<category><![CDATA[KBS-News]]></category>
		<category><![CDATA[Soziales]]></category>
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					<description><![CDATA[Wer arm ist, hat ein höheres Krebsrisiko. Wer an Krebs erkrankt, hat ein höheres Armutsrisiko. Die aktuellen sozialpolitischen Maßnahmen reichen nicht aus, um dem entgegenzuwirken, betonen Experten beim Krebskongress. Berlin. Die sozioökonomische Situation hat auch in Deutschland mit seinen gut ausgebauten sozialen Sicherungs- und Versorgungssystemen Auswirkungen auf die Sterblichkeit. Nach Daten des Sozioökonomischen Panels der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Wer arm ist, hat ein höheres Krebsrisiko. Wer an Krebs erkrankt, hat ein höheres Armutsrisiko. Die aktuellen sozialpolitischen Maßnahmen reichen nicht aus, um dem entgegenzuwirken, betonen Experten beim Krebskongress.</p>



<p>Berlin. Die sozioökonomische Situation hat auch in Deutschland mit seinen gut ausgebauten sozialen Sicherungs- und Versorgungssystemen Auswirkungen auf die Sterblichkeit. Nach Daten des Sozioökonomischen Panels der Jahre 1992 bis 2016 sterben in Deutschland 13% der Frauen und 27% der Männer aus der niedrigsten Einkommensgruppe bereits vor Vollendung des 65. Lebensjahres.</p>



<p>In der höchsten Einkommensgruppe trifft dies nur auf 8% der Frauen und 14% der Männer zu, erklärte Dr. Jens Hoebel von der AG Sozialepidemiologie am Robert Koch-Institut in Berlin anlässlich des DKK 2022.</p>



<p>Arme Krebskranke sterben früher</p>



<p>Immerhin: Bei Krebserkrankten hat sich die Lebenserwartung in allen Einkommensgruppen verlängert, wie er weiter berichtete (<a href="https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fonc.2022.827028/full">Tetzlaff F et al. Front Oncol 2022; 12:827028</a>). Allerdings ist das Krebsrisiko wie auch die Lebenserwartung nach einer Krebsdiagnose bei vielen Karzinomen abhängig von der sozioökonomischen Situation.</p>



<p>So steigt die Lungenkrebsinzidenz mit zunehmender regionaler sozioökonomischer Deprivation an. Auch die Krebsmortalität zeigt eine entsprechende Abhängigkeit: Je wohlhabender die Region ist, umso geringer ist die Krebsmortalität. Hoebel betonte, dass sich insgesamt im Zeitverlauf keine Tendenz zeige, dass sich die Unterschiede zwischen wohlhabenden und sozioökonomisch Schwachen verringere.</p>



<p>Mit Krebs kommen auch Geldnöte</p>



<p>Eine Krebserkrankung führt neben allem anderen auch zu mehr finanziellen Sorgen. In einer Umfrage gaben 81% der in der Krebsberatung Tätigen an, dass mindestens in der Hälfte der Beratungen finanzielle Themen ein wichtiger Teil des Gesprächs sind.</p>



<p>Für mehr als die Hälfte der Befragten sind finanzielle Belastungen als Thema der Beratung von Krebskranken in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. Als Ursache werden die höheren Überlebensraten, die größere Zahl von Patientinnen und Patienten im werktätigen Alter, die abnehmende soziale Sicherheit und die schwieriger werdenden Arbeitsbedingungen genannt.</p>



<p>Belastungen sind für sozial Schwache höher</p>



<p>Krankheit ist eine der Ursachen für Überschuldung, konstatierten die Deutsche Krebshilfe und das Haus der Krebs-Selbsthilfe–Bundesverband in einem gemeinsamen Positionspapier 2020.</p>



<p>Für die Betroffenen steigen Ausgaben durch Eigenbeteiligungen und Zuzahlungen für medizinisch notwendige Medikamente, Heil- und Hilfsmittel, Krankenfahrten, Diäten, Mehrkosten für Kinderbetreuung, Haushaltshilfen, Ausgaben für ergänzende Therapieverfahren und vieles mehr. Krebskranke im werktätigen Alter zahlen dafür in Deutschland bis zu 6,4% ihres Monatseinkommens (<a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s00520-018-4498-1">Büttner M et al. Support Care Cancer. 2019;27(6):2221–2228</a>).</p>



<p>Darüber hinaus belastet laut Positionspapier eine zunehmend restriktive Praxis der Sozialversicherungsträger als Folge einer veränderten Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik schwer kranke Menschen erheblich. Die Instrumente zur Entlastung greifen nicht in allen Einkommensschichten gleichermaßen. So profitieren von der steuerlichen Absetzbarkeit behinderungsbedingter Mehraufwendungen vor allem Einkommensstarke oder Vermögende.</p>



<p>Forderungen</p>



<p>Um den finanziellen Belastungen bei Krebs gerade für die ökonomisch Schwächeren entgegen zu wirken, forderte das Positionspapier von Deutscher Krebshilfe und Haus der Krebs-Selbsthilfe unter anderem:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Aufhebung der Zuzahlungen, Aufzahlungen und Eigenanteile für eine bedarfsgerechte Versorgung im Sozialgesetzbuch (SGB) V</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Abschaffung der Eigenanteile zur Finanzierung der Pflege nach SGB XI</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Schwerbehindertengeld statt nur Steuerfreibetrag</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Krankengeldanspruch für den gesamten Zeitraum einer onkologischen Akutbehandlung, im Bedarfsfall auch der Rehabilitation und der Rekonvaleszenz</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Erwerbsminderungsrente in angemessener und existenzsichernder Höhe ohne aufwendiges Verfahren</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Erweiterung der Möglichkeiten für Teilzeitarbeit, Homeoffice und zur Flexibilisierung der Arbeitszeit sowie die Verfahren zur stufenweisen Wiedereingliederung</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Adäquate finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten für Betroffene mit geringen Einkommen und Rentenansprüchen im sozialen Hilfesystem</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Flächendeckende, regelfinanzierte Beratungsangebote – insbesondere Psychosoziale Krebsberatungsstellen – mit Experten aus Sozialer Arbeit, Psychoonkologie, Medizin und Pflege.</li>
</ul>



<p>Härtefonds der Deutschen Krebsgesellschaft</p>



<p>„Mit dem Thema Armut ist die Deutsche Krebsgesellschaft seit 46 Jahren konfrontiert,“ stellte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Deutsche Krebshilfe Gert Nettekoven fest.</p>



<p>Bereits 1976 wurde ein Härtefonds eingerichtet, der auf Antrag die nicht zweckgebundene Unterstützung mit 500 oder 1000 Euro je nach Familien- und Einkommenssituation ermöglicht. Wie Beate Hübinger, Sachgebietsleiterin Härtefonds der Deutschen Krebshilfe in Bonn, berichtete, wurden bis 2020 jährlich durchschnittlich 13.000 Anträge gestellt, von denen rund 73% bewilligt wurden.</p>



<p>Nur 2021 gab es einen Rückgang in den Antragszahlen, den sie auf den pandemiebedingten Rückgang von Rehamaßnahmen, Arztkontakten und Beratungsangeboten zurückführte. Informationen zu den Voraussetzungen für einen Antrag für Hilfen aus dem Härtefonds sind auf der Homepage der Deutschen Krebshilfe zu finden.</p>



<p>(Ärztezeitung, 15.11.2022, Friederike Klein)</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Kein Hirntumorrisiko durch Handystrahlung</title>
		<link>https://onko-forum-celle.de/2022/05/04/kein-hirntumorrisiko-durch-handystrahlung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fritz Gleiß]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 May 2022 06:42:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemeine News]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Prävention]]></category>
		<category><![CDATA[Soziales]]></category>
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					<description><![CDATA[Berlin &#8211; Nahezu jeder Bundesbürger hat ein Handy. Es wird immer wieder diskutiert, ob die elektromagnetische Hochfrequenzstrahlung Risiken birgt. Die größte Sorge besteht hinsichtlich Hirntumoren. Nach aktueller Studienlage ist davon auszugehen, dass die Handynutzung das Hirntumorrisiko nicht erhöht. Auch die nun publizierte Follow-up-Analyse der prospektiven, seit über 20 Jahren laufenden „UK Million Women Study“ [1] [&#8230;]]]></description>
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<p>Berlin &#8211; Nahezu jeder Bundesbürger hat ein Handy. Es wird immer wieder diskutiert, ob die elektromagnetische Hochfrequenzstrahlung Risiken birgt. Die größte Sorge besteht hinsichtlich Hirntumoren. Nach aktueller Studienlage ist davon auszugehen, dass die Handynutzung das Hirntumorrisiko nicht erhöht. Auch die nun publizierte Follow-up-Analyse der prospektiven, seit über 20 Jahren laufenden „UK Million Women Study“ [1] konnte keinen Anhalt für ein höheres Hirntumorrisiko durch Handystrahlung liefern.</p>



<p>Die kabellose Kommunikation über Mobiltelefone geht mit einer Emission von elektromagnetischen Feldern („radiofrequency electromagnetic fields“/RF-EMF) einher. RF-EMF gab es im Alltag bereits vor dem Mobilfunk durch Radio und Fernsehen; dies sind jedoch keine Geräte, die in Kopfnähe verwendet wurden. Die ausgesendete elektromagnetische Strahlung liegt im hochfrequenten Spektrum zwischen FM-Radiowellen und Mikrowellen; sie ist wie auch sichtbares Licht und Wärmestrahlung nicht-ionisierend – im Gegensatz zu ionisierenden Strahlen wie UV-, Röntgen-, und γ-Strahlung. Die Energie der Handy-Strahlung reicht nicht aus, um die DNA in den Zellkernen direkt zu schädigen und somit Krebs auszulösen. Hohe Dosen von RF-Wellen können jedoch Zellen und Gewebe erwärmen; dabei gilt: je niedriger die Frequenz, desto tiefer dringen die Strahlen ein. Innerhalb der vorgeschriebenen Grenzwerte reicht die Energie von Mobiltelefonen aber nicht aus, um beispielsweise die Körpertemperatur zu erhöhen. Lange Zeit wurde diskutiert, dass es auch unterhalb dieser Grenzwerte biologische Nebenwirkungen von Mobiltelefon-Nutzung geben könnte, möglicherweise durch andere Mechanismen als die Wärmeabgabe. Viele Studien untersuchten die Assoziation zwischen Handynutzung und Hirntumoren – nach der aktuellen Evidenz erhöht eine normale Nutzung von Mobiltelefonen das Hirntumorrisiko nicht [2].<br><br>Ein Update der „UK Million Women Study“ [1] berichtet nun über die Follow-up-Phase (ab 2013) zur möglichen Assoziation zwischen Mobiltelefon-Nutzung und Hirntumoren. Die großangelegte, prospektive Studie begann 1996 in England und Schottland mit der Rekrutierung jeder vierten, zwischen 1935-1950 geborenen Frau in UK an 66 Brustkrebs-Screeningzentren des NHS (National Health Service). Primär sollte die Assoziation von Brustkrebsrisiko und menopausalen Hormontherapien evaluiert werden – sowie anderer potenziell modifizierbarer Faktoren, die die Gesundheit von Frauen im späteren Leben beeinträchtigen könnten. Bis 2001 wurden 1,3 Millionen Frauen in die Studie eingeschlossen. Im Jahr 2001 wurden erstmals Fragen zur Nutzung von Mobiltelefonen gestellt, dann wieder 2011.<br><br>Von 776.156 Frauen, die 2001 den Fragebogen vollständig beantwortet hatten, erkrankten im Follow-up über 14 Jahre 3.268 an einem Hirntumor. Das adjustierte relative Risiko bei Handy-Nutzung („ever“) versus keine Handynutzung („never“) betrug für alle Arten von Hirntumoren 0,97; für Gliome 0,89 und für Meningeome, Hypophysentumoren und Akustikusneurinome jeweils 1,0. Daher besteht kein erhöhtes Hirntumorrisiko bei Handynutzung. Verglichen mit Teilnehmerinnen, die angaben, nie Mobiltelefone zu nutzen, gab es auch keine statistisch signifikanten Assoziationen für Hirntumoren bzw. Tumor-Subtypen bei den Untergruppen mit „täglichem Gebrauch des Mobiltelefons“ oder mit „Gebrauch des Mobiltelefons seit mindestens zehn Jahren“. Wenn man die Handy-Nutzung von 2011 zugrunde legt, gab es gegenüber „Nie-Nutzerinnen“ auch keine statistisch signifikanten Assoziationen bei Teilnehmerinnen, die „mindestens eine Minute pro Woche“ oder „mindestens 20 Minuten pro Woche mobil telefonierten“ oder „seit mindestens zehn Jahren ein Mobiltelefon nutzten“: Für alle Gruppen lag das relative Risiko für Gliome in den Gehirnbereichen, die potenziell der stärksten Handystrahlung ausgesetzt sind (Temporal- oder Parietallappen), ungefähr bei 1,0. Auch kommt hinzu: Die Strahlungsemission hat mit immer neueren Handy-Generationen deutlich abgenommen, so dass man heute bei exzessiver Nutzung wahrscheinlich der gleichen Menge an RF-EMF-Exposition ausgesetzt ist wie bei moderater Nutzung von Mobiltelefonen der ersten Generation.<br><br>„Auch wenn in dieser Studie ausschließlich Daten zu Frauen erhoben wurden, unterstützen die Ergebnisse die zunehmende Evidenz, dass eine Mobiltelefon-Nutzung unter den üblichen Bedingungen Risiko und Inzidenz für Hirntumoren nicht erhöht“, kommentiert Prof. Dr. med. Hans-Christoph Diener, der Pressesprecher der DGN. „Eine weitere seit über 10 Jahren laufende internationale prospektive Kohortenstudie [6] zu den gesundheitlichen Auswirkungen der Mobilfunk-Nutzung bei beiden Geschlechtern könnte demnächst weitere Erkenntnisse bringen“, ergänzt Prof. Dr. med. Peter Berlit, Generalsekretär der DGN.<br><br>[1] Schüz J, Pirie K, Reeves GK et al. Cellular Telephone Use and the Risk of Brain Tumors: Update of the UK Million Women Study. J Natl Cancer Inst 2022 May 9; 114 (5): 704-711 doi: 10.1093/jnci/djac042.<br>[2] Scientific Committee on Emerging and Newly Identified Health Risks (SCENIHR). Opinion on Potential Health Effects of Exposure to Electromagnetic Fields (EMF). European Commission; 2015 <a href="https://ec.europa.eu/health/scientific_committees/emerging/docs/scenihr_o_041.pdf">https://ec.europa.eu/health/scientific_committees/emerging/docs/scenihr_o_041.pd&#8230;</a>. Accessed January 20, 2022<br>[3] Baan R, Grosse Y, Lauby-Secretan B et al.; for the WHO International Agency for Research on Cancer Monograph Working Group. Carcinogenicity of radio frequency electromagnetic fields. Lancet Oncol 2011; 12 (7): 624–626<br>[4] Falcioni L, Bua L, Tibaldi E et al. Report of final results regarding brain and heart tumors in Sprague-Dawley rats exposed from prenatal life until natural death to mobile phone radiofrequency field representative of a 1.8GHz GSM base station environmental emission. Environ Res 2018; 165: 496–503 doi:10.1016/j.envres.2018.01.037.<br>[5] National Toxicology Program (NTP). NTP Technical Report on the Toxicology and Carcinogenesis Studies in Hsd:Sprague Dawley SD Rats exposed to Whole-Body Radio Frequency Radiation at a Frequency (900 MHz) and Modulations (GSM and CDMA) Used by Cell Phones. National Institutes of Health, Public Health Service, US Department of Health and Human Services; November 2018 <a href="https://ntp.niehs.nih.gov/publications/reports/tr/500s/tr595/">https://ntp.niehs.nih.gov/publications/reports/tr/500s/tr595/</a>. Accessed March 8, 2022<br>[6] Schüz J, Elliott P, Auvinen A et al. An international prospective cohort study of mobile phone users and health (Cosmos): design considerations and enrolment. Cancer Epidemiol 2011; 35 (1): 37–43<br><br>(idw-online, 31.5.22, Dr. Bettina Albers)<br>Pressestelle der Deutschen Gesellschaft für Neurologie<br>c/o Dr. Bettina Albers, albersconcept, Jakobstraße 38, 99423 Weimar<br>Tel.: +49 (0)36 43 77 64 23<br>E-Mail: presse@dgn.org<br><br><br></p>
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		<item>
		<title>Drei Jahre Recht auf Kryokonservierung – realisiert für alle jungen Betroffenen mit Krebs?</title>
		<link>https://onko-forum-celle.de/2022/05/02/6781/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fritz Gleiß]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 May 2022 09:24:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemeine News]]></category>
		<category><![CDATA[Soziales]]></category>
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					<description><![CDATA[80 Prozent der jungen Menschen zwischen 18 und 39 Jahren können geheilt werden, wenn sie an Krebs erkranken. Doch die Krebsbehandlung kann unfruchtbar machen. Das Ziel der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs war und ist es, dass den jungen Patient:innen die Fruchtbarkeitserhaltung als Routine angeboten werden kann, ohne dass sie über die damit [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>80 Prozent der jungen Menschen zwischen 18 und 39 Jahren können geheilt werden, wenn sie an Krebs erkranken. Doch die Krebsbehandlung kann unfruchtbar machen. Das Ziel der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs war und ist es, dass den jungen Patient:innen die Fruchtbarkeitserhaltung als Routine angeboten werden kann, ohne dass sie über die damit verbundenen Kosten nachdenken müssen. Genauso, wie es auch bei der Vorbeugung von Infektionen oder von Übelkeit und Erbrechen der Fall ist. Am 11. Mai 2019 ist eine Gesetzesänderung in Kraft getreten, die dieses Ziel erreichen soll. Aber wie steht es mit der Umsetzung?</p>



<p>Für die Fruchtbarkeitserhaltung ist eine unkomplizierte Realisierung besonders wichtig. Sie muss noch vor Beginn der Krebsbehandlung durchgeführt werden. Es ist eine Notsituation, die junge Menschen ohne Vorwarnung trifft. „Neben der Diagnose schockiert junge Betroffene die Tatsache, eventuell keine eigenen Kinder bekommen zu können, oftmals ähnlich stark. Ihre Zukunft derart eingeschränkt zu sehen, hinterlässt deutliche Spuren“, erklärt Prof. Dr. med. Diana Lüftner, Vorstand der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs. Seit mehr als 20 Jahren arbeitet sie mit jungen Brustkrebspatientinnen und weiß, wie wichtig die Option auf eine eigene Familie für den Heilungsverlauf der Betroffenen ist.<br>&nbsp;<br>Um jungen Patient:innen eine Perspektive zu geben, hat der Bundestag 2019 mit der Änderung des § 27a SGB V das Recht auf Kostenübernahme fruchtbarkeitserhaltender Maßnahmen, durch Einfrieren von Keimzellen und Keimzellgewebe für alle Mädchen und Frauen bis 39 Jahre und alle Jungen und Männer bis 49 Jahre, beschlossen. Das Gesetz schließt auch Patient:innen mit nicht bösartigen Erkrankungen ein, die eine keimzell­schädigende Therapie benötigen.<br>&nbsp;<br>„Leider ist die Umsetzung des Rechts auf Fruchtbarkeitserhaltung auch drei Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes noch lückenhaft“, bilanziert Prof. Dr. med. Mathias Freund, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung.<br>&nbsp;<br>Das Glas ist halbvoll<br>&nbsp;<br>Eines ist vorauszuschicken: Das Einfrieren von Spermien bei Jungen und Männern und die Konservierung von Eizellen bei Frauen sind heute weit verbreitete Verfahren. Glücklicher­weise gibt es hierbei heute nur selten Probleme mit der Kassenfinanzierung. Für diesen Fortschritt sind die jungen Patient:innen und ihre behandelnden Ärzt:innen dankbar.<br>&nbsp;<br>Das Glas ist halbleer<br>&nbsp;<br>Leider gibt es aber drei Jahre nach dem Gesetz noch erhebliche Lücken bei der Umsetzung des Rechts auf Kassenfinanzierung. Hier werden Kinder, ihre Eltern und junge Krebs­patient:innen mit bürokratischen Auseinandersetzungen belastet und müssen in vielen Fällen die Kosten auch heute noch selbst tragen. Dies zeigen Hilfeanfragen, die die Stiftung regelmäßig erhält, und Sozialgerichtsprozesse, bei denen sie die Betroffenen unterstützt.<br>&nbsp;<br>Konservierung von Eierstockgewebe für Mädchen und junge Frauen<br>&nbsp;<br>Die Entnahme von Eierstockgewebe und seine Konservierung durch Einfrieren ist für viele Mädchen und junge Frauen eine hervorragende Methode zur Erhaltung der Fruchtbarkeit. Die Methode wurde führend in Deutschland entwickelt. Dabei wird das eingefrorene Gewebe später bei Kinderwunsch mit einem kleinen Eingriff wieder eingesetzt. Der große Vorteil ist, dass Hormonfunktion und Periode wieder hergestellt werden. Es wird damit eine natürliche Empfängnis möglich.<br>&nbsp;<br>Dennoch wird die Kryokonservierung von Eierstockgewebe in der Regel nicht von den Krankenkassen gezahlt, wie zahlreiche Hilfeanfragen an die Stiftung zeigen. Etliche Betroffene klagen vor dem Sozialgericht.<br>&nbsp;<br>„Als ich kurz nach meinem Studienende an Krebs erkrankte, hatte ich keine finanziellen Rücklagen, um Vorkehrungen für meine Familienplanung zu treffen. Da die Entnahme von Eizellen aufgrund der vorherigen Hormongabe bei meinem Hormonrezeptor-positiven Tumor keine Option war, entschied ich mich für die einzige Möglichkeit, der Kryokonservierung von Ovarialgewebe. Auch Jahre nach meiner Diagnose habe ich keine Unterstützung durch die GKV erhalten – die Verfahren liegen im wahrsten Sinne des Wortes auf Eis. Die Politik lässt sich Zeit – Zeit, die Betroffene nicht haben“, sagt Christina, die mit 27 Jahren an Brustkrebs erkrankte.<br>&nbsp;<br>Um diese Problematik weiß auch Prof. Dr. rer. nat. Ralf Dittrich, Leiter des IVF- und Endo­krinologischen Labors der Frauenklinik des Universitätsklinikum Erlangen: „Die Kryo­konservierung von Ovarialgewebe wird zu 90 Prozent in Universitätsklinika durchgeführt, die aber nach G-BA keine Leistungserbringer sind. Hier kommt es also schon zu Beginn der Fruchtbarkeitserhaltung zum Streit um die Kostenübernahme. Zudem ist fraglich, ob die Re-Transplantation des Gewebes von den GKVen bezahlt werden muss. Auch dieser Punkt ist noch offen. Nur eines ist gewiss: Ohne Transplantation wird es in diesen Fällen keine Kinder geben.“<br>&nbsp;<br>Durch eine Erweiterung der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA)[1] soll die Rechtslage geklärt und die Kassenfinanzierung möglich werden. Einen Zeitplan hierfür gibt es jedoch nicht. Auch drei Jahre nach dem Gesetz ist die Erweiterung noch nicht realisiert. Mehr noch: ob Mädchen vor Eintritt der Periode (Menarche) überhaupt von einer solchen Regelung profitieren werden, ist noch umstritten. Dabei wäre dies sehr wichtig, wie Dr. med. Magda­lena Balcerek von der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Onkologie und Hämatologie an der Charité, Universitätsmedizin Berlin, erklärt: „Präpubertär ist das Einfrieren von Keimzell­gewebe aktuell die einzige mögliche Chance zum Fruchtbarkeitserhalt – sie muss also finanziert werden! Wenn wir den aktuell behandelten Kindern jetzt nichts anbieten, dann haben sie als Erwachsene keine Reserve, auf die sie zurückgreifen können!“<br>&nbsp;<br>„Bis zur tragfähigen Richtlinie sollte es großzügige Übergangsregelungen geben. Eine Über­nahme der Kosten beispielsweise nach dem Kostenerstattungsprinzip wäre wünschenswert. So könnten die Betroffenen Rechnungen bei der GKV einreichen und die Kosten erstattet bekom­men“, schlägt unterdessen Dittrich vor.<br>&nbsp;<br>Wir fordern: Schaffung einer befriedigenden Regelung für die Kassenfinanzierung der Entnahme und Kryokonservierung von Eierstockgewebe ohne Altersgrenze nach unten!<br>&nbsp;<br>Der Streit erinnert in fataler Weise daran, dass für Mädchen unter 18 Jahre die Hormon­behandlung selbst getragen werden muss, wenn Eizellen gewonnen und eingefroren werden sollen. Die Stiftung berichtete Anfang 2020 in einer Presseerklärung[2].<br>&nbsp;<br>Eizellkonservierung für Mädchen unter 18 Jahre<br>&nbsp;<br>Anlass des Streits war damals die Formulierung des Zulassungstextes für die entsprechenden Hormone. Es wurden jedoch 2019 positive Ergebnisse in einer großen Studie aus den USA veröffentlicht[3]. Die amerikanischen Ärzte schlossen mit der Feststellung: „Die niedrige Komplikationsrate und die gute Eizellenausbeute sind eine beruhigende Orientierungshilfe für die Ärzte, die junge Frauen beraten sollen (…).“<br>&nbsp;<br>Fehlende Zulassungen für Kinder und Jugendliche sind bei vielen Medikamenten in Fach­kreisen gut bekannt. Zulassungsstudien lohnen sich hier für die Hersteller aufgrund der geringen Zahl der Betroffenen nicht.<br>&nbsp;<br>In der Regel werden in Deutschland flexible Lösungen im Sinne der Patient:innen gefunden. Dies war bei der Eizellkonservierung für Mädchen unter 18 Jahre leider nicht der Fall. Und so müssen 17-jährige Mädchen in Deutschland die Kosten von etwa 1.500 Euro für die Hormone selbst tragen, während dies nach dem 18. Geburtstag von der Krankenkasse übernommen wird.<br>&nbsp;<br>„Der Off-Label-Use ist Alltag in der Kinder- und Jugendmedizin“, erklärt Balcerek und fährt fort: „Wegen des verkürzten reproduktiven Zeitfensters nach gonadotoxischer Therapie ist es absolut notwendig, dass dieser Teil der Kryokonservierung für jugendliche Patientinnen genauso finanziert wird.“<br>&nbsp;<br>Wir fordern: Hormone für die Eizellkonservierung für Mädchen unter 18 Jahren müssen von den Kassen übernommen werden.<br>&nbsp;<br>Kryokonservierung zur Fruchtbarkeitserhaltung nach keimzellschädigender Therapie<br>&nbsp;<br>Für Mädchen und junge Frauen kann es in bestimmten Fällen medizinisch sinnvoll sein, Eizellen oder Eierstockgewebe auch nach der Krebsbehandlung einzufrieren. Das ist dann der Fall, wenn die Zahl der Eizellen zwar durch die Behandlung vermindert wurde, so dass ein vorzeitiges Versagen der Eierstöcke droht, nach der Therapie jedoch für eine Zeit ein Fenster der Fruchtbarkeit fortbesteht.<br>&nbsp;<br>Das Gesetz ist in § 27a Abs. (4) SGB V offen formuliert[4] und lässt ein solches Vorgehen zu. Die Richtlinie des G-BA schränkt den Anspruch auf Kassenfinanzierung jedoch in § 3 Abs. 1 und 2 auf die Situation vor einer geplanten Therapie ein[5].<br>&nbsp;<br>Wir fordern: Das Gesetz steht über der Richtlinie des G-BA. Die Richtlinie muss dem Gesetz angepasst und die unzulässige Einschränkung beseitigt werden.</p>



<p>Kosten für die Langzeitlagerung kryokonservierter Keimzellen<br>&nbsp;<br>Bis zum Gebrauch kryokonservierter Keimzellen für eine künstliche Befruchtung oder bis zur Wiedereinsetzung von Eierstockgewebe muss das Material in flüssigem Stickstoff langzeitig gelagert werden. Dies geschieht meist in spezialisierten Kryobanken. Sie sind entsprechend spezialisiert, nach den strengen Kriterien des Arzneimittelrechts zugelassen und staatlich überwacht und können so die entsprechende Sicherheit gewährleisten. Die Kosten betragen meist um die 300 Euro pro Jahr. Als Kassenfinanzierung sind hierfür 4×68 Euro = 272 Euro/Jahr vorgesehen[6]. Dennoch gibt es um die Kassenfinanzierung in sehr vielen Fällen Streit, und viele junge Betroffene müssen die Kosten selbst tragen.<br>&nbsp;<br>„Bevor mein Sohn seine Chemotherapie Mitte November 2021 begann, erkundigte ich mich bei seiner gesetzlichen Krankenkasse bezüglich der Kostenübernahme der fruchtbarkeitserhal­tenden Maßnahmen. Diese sicherte man uns zu. Nach der Einlagerung verweigerte man uns jedoch die Übernahme der Lagerkosten, da die Kryolagerstätte kein Kooperationspartner der Krankenkasse sei. Natürlich legten wir Widerspruch ein und fragten nach, welcher Dienstleister es denn mit der Krankenkasse abrechnen könnte. Man konnte uns jedoch keine einzige Anlaufstelle in ganz Bayern nennen, bei der das möglich ist“, berichtet Roland Petter, Vater eines jungen Betroffenen, der sich mit einer Bitte um Hilfe an die Stiftung gewandt hatte.<br>&nbsp;<br>Von ähnlichen Problemen erzählt auch Felix. Der junge Mann erkrankte mit 24 Jahren im August 2017 an einem Grauzelllymphom und ließ vor Beginn seiner Therapie ebenfalls Spermien einlagern. Zum damaligen Zeitpunkt war die Kryokonservierung noch keine Kassenleistung. Doch auch für Patient:innen, die zu sogenannten „Altfällen“ zählen, besteht seit dem 1.7.2021 zumindest Anspruch auf die Übernahme der jährlich anfallenden Lager­kosten von kryokonserviertem Material. Die bis zu diesem Zeitpunkt privat bezahlten Rechnungen nun aber zukünftig direkt mit der Krankenkasse abzurechnen, stellte auch Felix vor große Herausforderungen: „Meine Krankenkasse war auf Nachfrage bezüglich der Erstattung der Kosten der Lagerperiode nicht umfassend mit der Thematik vertraut und schickte mich auf einen Bürokratiemarathon mit behandelnden Ärzten und der Kryobank. Jeder verwies mich an den jeweils anderen. Alles jedoch ohne Erfolg. Zwischenzeitlich bot man mir an mein kryokonserviertes Material umzulagern, ohne mir aber einen Leistungserbringer nennen zu können, der die Lagerkosten anschließend auch mit der Krankenkasse abrechnet.“<br>&nbsp;<br>Der Grund: die Richtlinie des G-BA und die dazugehörigen Regelungen des sogenannten Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) sehen vor, dass nur Kassenärzt:innen Lagerkosten abrechnen sollen. Kryobanken und viele Kryolabore sind jedoch medizinische Dienstleister. Damit können ihre Kosten nur über den Umweg einer:eines Kassenärzt:in abgerechnet werden, der oder die mit ihnen eine Kooperationsvereinbarung abschließt. Dies wollen viele Kassenärzt:innen jedoch nicht, weil es Aufwand bedeutet und die Gefahr beinhaltet, dass die Ärzt:innen für Fehler oder Zwischenfälle der Kryobanken und Kryolabore haftbar gemacht werden könnten, siehe dazu unsere News vom 6. Mai 2022[7].<br>&nbsp;<br>Nach Briefen an das Bundesgesundheitsministerium, den Gemeinsamen Bundesausschuss und die Kassenärztliche Vereinigung in Bayern konnte man Familie Petter schließlich eine einzelne Kryolagerstätte im Bundesland nennen, die im Rahmen der geltenden Richtlinie mit der Krankenkasse abrechnen kann. Der Weg dorthin war lang und steinig.<br>&nbsp;<br>Nicht viele Betroffene in der Akutphase und der Zeit danach werden eine solche Kraft und Durchhaltevermögen besitzen. Für die Abrechnung der Lagerkosten muss eine einfache und unbürokratische Lösung gefunden werden.<br>&nbsp;<br>Lösungsvorschlag: Die Lagerung der Keimzellen könnte als sogenanntes „Heil- oder Hilfs­mittel“ per Rezept durch Kassenärzt:innen verordnet werden. Die Lagerung könnte dann wie z. B. ein Rollstuhl durch die Kassen direkt bezahlt werden.<br>&nbsp;<br>Ein der Stiftung vorliegendes Schreiben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung vertritt die Auffassung, dass hierfür eine Anpassung der §§ 73 und 33 SGB V erfolgen müsste. Die Lage­rung von Keimzellen müsste dann auch in das Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzen­verbands aufgenommen werden. Hier ist die Politik gefragt.<br>&nbsp;<br>Kassenfinanzierung spezieller ambulanter Eingriffe<br>&nbsp;<br>Die Entnahme von Eizellen oder von Eierstockgewebe zur Fruchtbarkeitserhaltung oder auch die Entnahme von Hodengewebe können glücklicherweise ambulant durchgeführt werden. Aber auch hier entstehen Probleme mit der Kassenfinanzierung durch bestehende oder fehlende Regelungen.<br>&nbsp;<br>Steht nämlich kein Kassenarzt für einen solchen Eingriff zur Verfügung oder muss der Eingriff bedingt durch den Zeitdruck vor dem Beginn der Therapie in einem Krankenhaus ohne eine sogenannte Ermächtigung für kassenärztliche Leistungen durchgeführt werden, so kann keine Abrechnung mit den Kassen erfolgen. Oft ist in diesen Fällen das Ende vom Lied, dass die Betroffenen die Rechnung selbst zahlen müssen.<br>&nbsp;<br>Lösungsvorschlag: Krankenhäuser sind mit dem § 115b SGB V grundsätzlich zur Durch­führung von ambulanten Operationen zugelassen. Solche Leistungen könnten in den Katalog für das Ambulante Operieren aufgenommen werden, und damit wäre die Finanzierung durch die Kassen gelöst. Diese Lösung setzt jedoch voraus, dass sich die Kassenärztliche Bundes­vereinigung, GKV-Spitzenverband und die Deutsche Krankenhausgesellschaft entsprechend einigen und ihren Vertrag erweitern.<br>&nbsp;<br>Die Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs<br>&nbsp;<br>Jedes Jahr erkranken in Deutschland nahezu 16.500 junge Frauen und Männer im Alter von 18 bis 39 Jahren an Krebs. Die Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs ist Ansprechpartnerin für Patient:innen, Angehörige, Wissenschaftler:innen, Unterstützer:innen und die Öffentlichkeit. Die Stiftungsprojekte werden in enger Zusammenarbeit mit den jungen Betroffenen, Fachärzt:innen sowie anderen Expert:innen entwickelt und bieten direkte und kompe­tente Unterstützung für die jungen Patient:innen. Die Stiftung ist im Juli 2014 von der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e. V. gegründet worden. Alle Stiftungsprojekte werden ausschließlich durch Spenden finanziert. Die Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs ist als gemeinnützig anerkannt.<br>&nbsp;<br>Spendenkonto der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs:<br>Bank für Sozialwirtschaft<br>IBAN: DE33 1002 0500 0001 8090 01, BIC: BFSW DE33</p>



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<p>[1] Richtlinie G-BA zur Kryokonservierung (BAnz AT 19.02.2021 B7)<br>[2] <a href="https://junge-erwachsene-mit-krebs.de/krankenkassen-stellen-sich-gegen-bezahlung-fruchtbarkeitserhaltender-massnahmen-bei-maedchen-unter-18-jahren/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://junge-erwachsene-mit-krebs.de/krankenkassen-stellen-sich-gegen-bezahlung-fruchtbarkeitserhaltender-massnahmen-bei-maedchen-unter-18-jahren/</a><br>[3] Hipp, H. S., Shandley, L. M., Schirmer, D. A., McKenzie, L., and Kawwass, J. F. Oocyte Cryopreservation in Adolescent Women. J Pediatr Adolesc.Gynecol. 32(4), 377-382. 2019.<br>[4] <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__27a.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__27a.html</a><br>[5] <a href="https://www.g-ba.de/downloads/39-261-4393/2020-07-16_2020-12-17_Kryo-RL_Erstfassung_konsolidiert_BAnz.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.g-ba.de/downloads/39-261-4393/2020-07-16_2020-12-17_Kryo-RL_Erstfassung_konsolidiert_BAnz.pdf</a><br>[6] <a href="https://www.kbv.de/html/1150_52851.php" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.kbv.de/html/1150_52851.php</a><br>[7] <a href="https://junge-erwachsene-mit-krebs.de/aufschlussreiches-aus-dem-spitzenverband-der-krankenkassen-zu-kryo-kosten/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://junge-erwachsene-mit-krebs.de/aufschlussreiches-aus-dem-spitzenverband-der-krankenkassen-zu-kryo-kosten/</a></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity" />



<p>Weitere Informationen:</p>



<p><a href="http://www.junge-erwachsene-mit-krebs.de">http://www.junge-erwachsene-mit-krebs.de &#8211; Stiftungsweb</a></p>
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		<title>Corona-Krise verschärft finanzielle Einbußen und Existenzsorgen</title>
		<link>https://onko-forum-celle.de/2020/06/04/corona-krise-verschaerft-finanzielle-einbussen-und-existenzsorgen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Tim Meyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Jun 2020 12:59:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Krebsnachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[Soziales]]></category>
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					<description><![CDATA[Krebs und Armut: Bonn (ots) &#8211; Deutsche Krebshilfe und Bundesverband &#8211; Haus der Krebs-Selbsthilfe fordern Politik und Sozialversicherungsträger zum Handeln auf Die Corona-Pandemie stellt das Gesundheits- und Sozialsystem in Deutschland weiterhin vor große Herausforderungen. Betroffen davon sind auch Krebspatienten. Neben der onkologischen Versorgung verschärft COVID-19 häufig auch die finanzielle Situation der Betroffenen. Kurzarbeit oder sogar [&#8230;]]]></description>
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<h2 class="wp-block-heading">Krebs und Armut:</h2>



<h4 class="wp-block-heading">Bonn (ots) &#8211; Deutsche Krebshilfe und Bundesverband &#8211; Haus der Krebs-Selbsthilfe fordern Politik und Sozialversicherungsträger zum Handeln auf</h4>



<p>Die Corona-Pandemie stellt das Gesundheits- und Sozialsystem in Deutschland weiterhin vor große Herausforderungen. Betroffen davon sind auch Krebspatienten. Neben der onkologischen Versorgung verschärft COVID-19 häufig auch die finanzielle Situation der Betroffenen. Kurzarbeit oder sogar der Verlust des Arbeitsplatzes stellen eine zusätzliche Belastung dar. Schon vor der Pandemie stellten die Deutsche Krebshilfe und Krebs-Selbsthilfeorganisationen fest, dass bezüglich der finanziellen Situation von Krebspatienten akuter Handlungsbedarf besteht. Sie befürchten, dass durch die Corona-Krise das Armutsrisiko weiter ansteigen könnte. In einem gemeinsamen Positionspapier weisen die Deutsche Krebshilfe und der Bundesverband &#8211; Haus der Krebs-Selbsthilfe auf Defizite hin und appellieren an Vertreter der Politik und der Sozialversicherungsträger, die finanzielle Situation betroffener Krebspatienten umgehend zu verbessern.<br><br>&#8220;Fortschritte in der Medizin haben erfreulicherweise bei vielen onkologischen Erkrankungen zu besseren Heilungschancen geführt&#8221;, so Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. &#8220;Wie die Forschung zum Thema &#8216;Cancer Survivors&#8217; belegt, ist das Langzeitüberleben allerdings häufig mit einem Verlust an Lebensqualität, körperlichen und psychischen Einschränkungen, aber auch mit finanziellen Einbußen verbunden. Nur 56 Prozent der berufstätigen Krebspatienten kehren nach der Therapie wieder vollständig in das Erwerbsleben zurück!&#8221;<br><br>Studien belegen, dass eine Krebserkrankung die wirtschaftliche Situation vieler betroffener Menschen beeinflusst &#8211; darunter junge Familien, deren Hauptverdiener erkrankt ist, Selbstständige, Einzelverdiener oder Niedriglohnempfänger. Das Einkommen verringert sich, die Ausgaben steigen. Zu den zusätzlichen Aufwendungen zählen beispielsweise Eigenbeteiligungen und Zuzahlungen für medizinisch notwendige Medikamente, Krankenfahrten sowie Mehrkosten für Kinderbetreuung oder Haushaltshilfen. Im Verlauf ihrer Erkrankung müssen Krebspatienten außerdem mit großem Aufwand Anträge stellen und Nachweise vorlegen. Bürokratische Hürden eröffnen sich unter anderem beim Krankengeld, der Rehabilitation oder der beruflichen Wiedereingliederung. &#8220;Das ist für Betroffene &#8211; neben den körperlichen und psychischen Einschränkungen durch die Erkrankung &#8211; eine enorme zusätzliche Belastung&#8221;, so Ernst-Günther Carl, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes &#8211; Haus der Krebs-Selbsthilfe (HKSH-BV).<br><br>&#8220;Seit der Corona-Krise kontaktieren uns zahlreiche Krebspatienten, die durch die Pandemie verunsichert sind&#8221;, so Nettekoven. &#8220;Neben Fragen zu Therapie und Nachsorge schildern uns die Betroffenen auch ihre finanziellen Sorgen und Belastungen durch Corona. Das betrifft vor allem Menschen, die wegen Kurzarbeit oder aber wegen einer bereits erfolgten Kündigung Angst um ihr Auskommen haben.&#8221; Carl ergänzt: &#8220;Wir gehen davon aus, dass derartige Anfragen erheblich zunehmen werden, sobald sich die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie deutlicher abzeichnen.&#8221;<br><br>In einem Positionspapier haben sich die Deutsche Krebshilfe und der HKSH-BV nun an Vertreter der Politik, der Sozialversicherungsträger und bundesweit tätiger Verbände gewandt, um im gemeinsamen Dialog Verbesserungen für Krebspatienten anzustoßen. Veränderungen und Verbesserungen erwarten die beiden Organisationen insbesondere beim Krankengeld, der Rehabilitation sowie der beruflichen Wiedereingliederung und der finanziellen Absicherung in Ausbildungszeiten.</p>



<p>In Deutschland erkranken täglich 1.400 Menschen neu an einer Krebserkrankung. &#8220;Diese Zahl macht mehr als deutlich, dass Krebs ein zentrales Gesundheitsproblem unserer Gesellschaft ist&#8221;, sagt Nettekoven. &#8220;Daher ist es enorm wichtig, dass Krebspatienten in jeder Hinsicht optimal versorgt werden. Dazu gehört auch eine finanzielle Absicherung in bestimmten Lebenssituationen, um die Erkrankung sorglos bewältigen oder mit ihr leben zu können.&#8221;</p>



<h4 class="wp-block-heading"><em>Original-Content von: Deutsche Krebshilfe, übermittelt durch news aktuell am 4.6.2020, Originalmeldung: </em><a href="https://www.presseportal.de/pm/116010/4614012"><em>https://www.presseportal.de/pm/116010/4614012</em></a></h4>
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		<title>Wer arm ist, bekommt früher Krebs</title>
		<link>https://onko-forum-celle.de/2019/11/17/wer-arm-ist-bekommt-frueher-krebs/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Tim Meyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 Nov 2019 13:58:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Krebsnachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[Soziales]]></category>
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					<description><![CDATA[AOK-Studie: Im Schnitt sieben Jahre eher als Gutverdiener erkranken Menschen an Krebs, wenn sie nur sehr wenig Einkommen oder Rente haben. Das liege auch an Rauchen, Bewegungsmangel und Übergewicht, befindet eine Krankenkasse. Je ärmer die Menschen, desto früher erkranken sie laut aktuellen Statistiken an Krebs. „Männer und Frauen mit niedrigem sozioökonomischen Status erkranken durchschnittlich sieben [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">AOK-Studie:</h2>



<p>Im Schnitt sieben Jahre eher als Gutverdiener erkranken Menschen an Krebs, wenn sie nur sehr wenig Einkommen oder Rente haben. Das liege auch an Rauchen, Bewegungsmangel und Übergewicht, befindet eine Krankenkasse.</p>



<p>Je ärmer die Menschen, desto früher erkranken sie laut aktuellen Statistiken an Krebs. „Männer und Frauen mit niedrigem sozioökonomischen Status erkranken durchschnittlich sieben Jahre früher als Menschen mit höherem sozioökonomischen Status“, heißt es im noch unveröffentlichten Onkologie-Report der <a href="https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/thema/aok">AOK</a> Rheinland/Hamburg, der der Zeitung Rheinische Post vorliegt. Der Unterschied zeige sich ausnahmslos bei allen Krebsarten.</p>



<p>So erkrankten Frauen, die eine Monatsrente von weniger als 800 Euro haben, im Schnitt erstmals mit 72,8 Jahren an Brustkrebs. Frauen mit einer Rente über 1.600 Euro seien dagegen im Schnitt 80,4 Jahre alt, heißt es in der Studie.</p>



<p>Ähnlich das Thema Darmkrebs bei Männern: Rentenbezieher mit monatlich unter 800 Euro seien im Schnitt erst 71,3 Jahre alt, wenn Darmkrebs diagnostiziert wird. Bei Männern mit mehr als 1.600 Euro liege das Erkrankungsalter hingegen bei 77,6 Jahren.</p>



<p>„Risikofaktoren bei Menschen mit niedrigem sozioökonomischen Status sind der höhere Anteil an Rauchern, weniger sportliche Aktivität, ein ungünstiges Ernährungsverhalten und die stärkere Verbreitung von Adipositas“, schreibt die AOK. Adipositas bezeichnet starkes oder krankhaftes Übergewicht.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Zu wenige gehen zur Früherkennung</h3>



<p>Auch liege die Teilnahmequote für Früherkennungsangebote bei unter 50 Prozent, berichtet die AOK. Frauen gehen dabei deutlich öfter zur Vorsorge als Männer. Zudem gebe es große regionale Unterschiede.</p>



<p>2020, im Jahr des Ausbruchs der Corona-Pandemie, sei die Nutzung der Vorsorgeprogramme gegenüber den Vorjahren um bis zu 20 Prozent eingebrochen, heißt es in dem Report weiter. „Es zeigt sich, dass gerade bei Männern noch erhebliches Potenzial besteht, das Bewusstsein für die Bedeutung der Früherkennung zu schärfen“, sagte der Chef der AOK Rheinland/Hamburg, Günter Wältermann.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><em>(faz.net, 17.11.21)</em></p>
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