Onkologisches Forum Celle e. V.

„Onko-Kids“ übernachteten im Stroh auf Gut Sunder

Eine Spende des Rotary Club Schloss Celle machte es möglich: Zehn Kinder zwischen 7 und 13, deren Angehörige an Krebs erkrankt oder verstorben sind, fuhren in der letzten Ferienwoche Ende Juli 2017 bei bestem Wetter für zwei Tage aufs Gut Sunder, dem Naturkundehof des NABU in Meißendorf. Für einige Kinder aus der Gruppe war der vom Onkologischen Forum ermöglichte Ausflug die einzige Sommerferienaktion. Alle beteiligten Kinder treffen sich regelmäßig zu Gruppengesprächen im „Onkoforum“.

Besonders gespannt waren die Kinder auf die Strohscheune. Schon kurz nach der Ankunft konnten sie Frösche und andere Amphibien entdecken. In der Meiße, die neben der Scheune fließt, begannen die Kinder sofort, Staudämme zu bauen und zu spielen. Nach dem Mittagessen dann „nisteten“ sie sich in der Strohscheune ein, in der später übernachtet wurde.

Am Nachmittag arbeiteten die Kinder mit Natursteinen, die mit verschieden bunten oder glitzernden Mosaiksteinen beklebt und zu Schmucksteinen verwandelt wurden. Später entwickelten die Kinder ganz unterschiedliche Vorstellungen, was sie mit ihren wunderschönen Steinen tun wollten. Die einen beabsichtigten, sie ihrem Vater oder Mutter zu schenken oder als Gedenkstein zum Grab eines Elternteils zu bringen. Andere gestalteten die Steine für sich selbst als Erinnerung an den Ausflug. Und wieder andere wussten einen besonderen Ort, an dem der Stein liegen solle. Während des Arbeitens mit den Steinen ergaben sich berührende Gespräche zwischen den Kindern über Erkrankung und Tod eines Elternteils, auch mit den beiden erwachsenen Begleitern, Psychoonkologinnen des Onkologischen Forums Celle, die dieses Angebot organisierten.

Später wanderten die Kinder, begleitet von einer NABU-Mitarbeiterin, zum Keschern an einen Teich. Es wurden Posthornschnecken, Teichläufer, Egel, Libellenlarven und viele andere Wasserinsekten aus dem Schlamm des Teiches gefischt. Die Kinder hatten unglaublich viel Spaß an dieser Aktion.

Besonderes Highlight war die Nachtwanderung, bei der Fledermäuse beobachtet werden konnten. Die Gruppe stieg in einen Gewölbekeller, um sich das Winterquartier der Fledermäuse anzuschauen. Die NABU-Mitarbeiterin führte sie  zu einem Bach. Dort saß die gesamte Gruppe ganz still vor dem Wasser, um im Taschenlampenlicht zahllose Fledermäuse zu beobachten, die vorbeiflogen.

Am nächsten Morgen gab es Spiele für draußen, z.B. Wikinger-Schach. Die Kinder nutzten auch die Gelegenheit, die Lehrausstellung und den Shop des NABU zu besuchen und sich eine Erinnerungspostkarte auszusuchen. Die Kinder hatten während des Aufenthaltes immer auch freie Zeit. Es bildeten sich kleine Grüppchen, je nachdem, wer was vorhatte. Daraus ergaben sich immer wieder einzelne Gespräche zwischen den Begleiterinnen und den Kindern, in denen die Kinder von ihrer aktuellen familiären Situation erzählten und über ihre Gefühle oder ihre Erlebnisse in der Schule berichteten.

Den Transport der Gruppe unterstützte zum wiederholten Mal der Celler ASB.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

       

 

 

 

 

 

 

Beschreibungstext

 

Magic Henry verzauberte unsere Ehrenamtlichen ...

Gestern trafen sich mehr als 20 unserer ehrenamtlichen Helferinnen und ein Helfer zum vorweihnachtlichen Kaffeetrinken. Eingeladen war auch der Hobby-Zauberer "Magic Henry", der im Laufe des bezaubernden, von Elke Kasten und Kristine Michaelis vorbereiteten Nachmittags einige seiner großartigen Tricks vorführte. Wie lang z.B. kann eine einmal durchgeschnittene Schnur eigentlich noch werden? 

       
         

Konferenz über „Kinder krebskranker Eltern“ im Onkoforum

Am 11.11.16 trafen sich in Celle Fachleute aus ganz Deutschland zu einer Fachkonferenz über die Betreuung und Begleitung von Kindern mit an Krebs erkrankten Angehörigen. Gastgeber war das Onkologische Forum, dessen Krebsberatungsstelle 2002 mit dem Projekt „Ja! Ich bin auch noch da!“ bundesweit eine der ersten war, die sich um diese besonders belasteten Kinder kümmerte. Das „Netzwerktreffen“, bei dem sich psychoonkologisch geschulte Fachkräfte aus Psychotherapeutischen Praxen, Kliniken, Tumorzentren, Beratungsstellen und karitativen Institutionen über ihre Erfahrungen und neue Erkenntnisse austauschen, findet jährlich an wechselnden Orten statt. „Wir sind froh und auch ein bisschen stolz, dass wir dieses Jahr Gastgeber sein durften“, so Kristine Michaelis, die 2002 zu den Gründerinnen dieser Arbeit in Celle zählte und 2017 mit dem Projekt 15jähriges Jubiläum feiern wird.

Die Konferenz wurde eröffnet mit einem Impulsvortrag von Prof. Dr. Sabine Metzing von der Universität Witten/Herdecke zu ihrem Forschungsprojekt „Kinder und Jugendliche als pflegende Angehörige“. Prof. Metzing forscht mit Förderung des BMFB seit Jahren zu den Auswirkungen, wenn Kinder und Jugendliche innerhalb der Familie einen schwer erkrankten Menschen begleiten und pflegen. Soziale Isolation, Entwicklungsdefizite, Überforderung und Erschöpfung, Fehlzeiten in der Schule sowie Verzicht auf die eigene Kindheit sind nachgewiesene Folgen dieser Belastung. „Warum hat niemand eingegriffen?", ist die Frage, die betroffene Kinder und Jugendliche an die Gesellschaft stellen. Eine retrospektive Analyse ergab, dass 75% der pflegenden Minderjährigen später psychotherapeutischer Unterstützung bedürfen. Dem kann gezielt vorgebeugt werden. Einen wesentlichen Beitrag leistet hier seit vielen Jahren das Onkologische Forum mit seinem Angebot der Begleitung von Famillien, Kindern und Jugendlichen. Jemanden zum Reden haben, Auszeiten und Raum zum Kindsein sowie regelmäßige Unterstützungsangebote haben einen hoch wirksamen sozial-präventiven Charakter.

 

       
         

Gottesdienst zum Erinnern und Abschiednehmen

Am 28.10.16 füllten rund 80 Menschen die Blumlager St.Georg-Kirche. Begleitet von der Ökumenischen Flötengruppe der Kirche trauerten und erinnerten sie sich gemeinsam mit Prädikantin Patricia Schönburg und Mitarbeiterinnen aus dem Onkoforum verstorbener Angehöriger und Freunde und feierten schmerzlindernde Rituale. Dieser Gottesdienst war atmosphärisch sehr schön und hat viele Angehörige erreichen können. Eine Kollekte am Ende für unsere Arbeit erbrachte  mehr als 400 € - vielen Dank!

       

Blumen für die Liebe und tiefen Gefühle

 

Steine für das Schwere und Unfassbare

 

Kerzen der Hofnung

  

Bieneninstitut und Residenz Beinsen: Ausflug für Ehrenamtliche

       
         

Am 10. Juni 2016 luden wir wie jährlich einmal all unsere bienenfleißigen Ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen (darunter auch zwei, drei Männer) als Dank für Ihr Engamenet zu einem kuchenreichen und informativen Nachmittag. Zuerst führte der Bienen-begeisterte Dr. Werner von der Ohe, Direktor des Bieneninstituts im Französischen Garten, die rund zwanzig Teilnehmenden durch sein bundesweit recht einmaliges Institut und dessen wunderbar lebendigen Garten. Niemand wurde gestochen, aber alle wussten danach viel, viel mehr über die Millionen Mitbewohnerinnen der Celleschen Umwelt, das drittwichtigste Nutztier unserer Breiten, die Bienen. Wussten Sie, dass ein Stock mit zigtausend Insekten wissenschaftlich zuweilen als ein einziges Tier betrachtet wird? Nach anderthalb Stunden schlenderte die Gruppe dann zur nahe bei gelegenen Seniorenresidenz Beinsen, wo sie vom Hauschef Hubertus Beinsen mit Erdbeertorte und natürlich Bienenstich gestärkt wurden und schlussendlich auch eine Hausführung bekamen. Herzlichen Dank den beiden Sponsoren! Und allen unseren Ehrenamtlichen!  

 

Kochstudio des Schlosstheaters mit unseren Themen

Am KOCHSTUDIO „Ente, Tod und Tulpe“ im Malersaal  des Schlosstheaters am 25.2.16 nahmen als Studiogäste Dr. Holger Barenthin, Geschäftsführer des Onkologischen Forums, Heike Otto, 2. Vorsitzende, und Herzsport-Spezialist und Ruderer-Veteran Dr. Albrecht Schmidt-Thrun teil. Gemeinsam mit den Moderatorinnen Petra Jenni und Eva-Maria Pichler philosophierten sie über die großen Fragen des Lebens sowie über die Krankheit Krebs. Und tatsächlich: Es wurde auch gelacht. Für das leibliche Wohl der Besucher sorgten in Form einer schmackhaften Brokkoli-Cremesuppe und eines nussigen Quinoa-Salats Sarah Pertermann und Liliane Bauer. 

 

Jahreshauptversammlung des „Onkoforums“

11.3.15 - Mit 553 Mitgliedern sind wir einer der großen Sozialvereine der Stadt: Das Onkologische Forum Celle e.V., dessen Krebsberatungsstelle (KBS) und Ambulanter Palliativdienst (APD) jährlich weit über tausend schwer erkrankte Menschen beraten und begleiten. Die diesjährige Jahreshauptversammlung am 11.3. besuchte fast ein Zehntel der Mitglieder persönlich. Dabei berichteten Vorstand und Mitarbeiterinnen von einem stetig zunehmenden Bedarf, insbesondere auch in ländlichen Gebieten. Nach eingehender Debatte bestätigten die Mitglieder sodann den Vorstand einhellig in seiner Haltung, künftig mit dem APD wieder einen eigenen Weg bei der Umsetzung eine ganzheitlichen, patientenzentrierten palliativen Begleitung Schwerstkranker gehen zu wollen. Höhepunkt des Abends war die Veröffent­lichung der Haushaltszahlen, zu der sich der Verein als Unterzeichner der Initiative Transparente Zivilgesellschaft verpflichtet hat. Der ungeheure Spendenzufluss von 380.000 €, 60.000 € mehr als 2013, erbrachte insgesamt erstmals seit Jahren einen Überschuss von 32.000 €. Damit konnte der Verein, der mit einem Haushalt von fast 700.000 € siebzehn Mitarbeiter beschäftigt, das in den Vorjahren aufgelaufene Defizit deutlich verringern. Mehr als zwei Drittel aller Mittel sind privaten Ursprungs. „Der enorme Zuspruch tausender kleiner Einzelspender macht uns stolz“, so Finanzgeschäftsführerin Christa Elsasser.

 

 Alle in einem Boot …

Manchmal nehmen wir uns Zeit fürs Team. Und muten uns gemeinsam etwas zu, was uns zusammenhält. So am letzten Donnerstag im Juli 2014 beim ersten Betriebsausflug seit langem. Geplant waren zwei Stunden gemütliches Paddeln die Aller aufwärts, ein Picknick und ein weitere Stunde lockeres Flussabwärtstreiben. Stattdessen kämpften wir uns unter brennender Sommersonne bei einer dreieinhalbstündigen Tour im Riesenschlauchboot auf einem vom Regenwasser der letzten Tage angeschwollenen Fluss sieben Kilometer stromaufwärts von Ettenbüttel gen Brenneckenbrück, ehe es nach einem unumgänglich verlängerten Ausruhen dann in gemächlicher Fahrt wieder zurück durch das renaturierte Allertal ging. Mit dem Strom schwimmt es sich tatsächlich leichter, doch die Herausforderungen lohnen auch den umgekehrten Weg … Ein Highlight: Unser erzwungenes Abtauchen unter der Betonbrücke bei Gilde! Alles ging gut. 

 

 

 Familientag am 5.7.

In der Naturkontaktstation Wathlingen trafen sich Anfang Juli Eltern und Kinder, die einen Elternteil verloren haben, zu einem verbindenden, abwechslungsreichen Nachmittag. In getrennten Führungen erhielten alle einen tiefen Einblick in die Pflanzen- und Tierwelt unserer Region, auch in den Beginn und die Vergänglichkeit des Lebens. Danach wurde viel gespielt und wir probierten unser funkelnagelneues  himmelblaues, vertrauenstiftendes "Gemeinschaftsband" aus.  Für das reichliche Buffet sorgte mit einer großzügigen Spende der Marktleiter des Celler REAL-Markts, Manfred Tietz - herzlichen Dank! Im Ergebnis verabredeten sich die Eltern zu weiteren Treffen, und alle wollen im nächsten Halbjahr erneut gemeinsam etwas unternehmen.

 

Mehr als 500 Gäste beim Jubiläum am 9./10.5.14

Auf große Resonanz stieß am zweiten Mai-Wochenende 2014 das 20jährige Jubiläum des Onkologischen Forums Celle e.V., das mit zwei Veranstaltungen in der Stadtkirche und im Celler Kreistagssaal gefeiert wurde. 

  

 

 

Der einstündige ökumenische Dankgottesdienst in der gut gefüllten Stadtkirche am Freitagabend mit Elisabeth Michaelis einfühlsamer Orgel- und Klaviermusik, dem Posaunenchor Lachendorf unter Leitung von Rolf Schulze und dem Chor „Gospel Works“ unter der Leitung Anke Kommeraus gab vielen Betroffenen, Angehörigen und Helfern Mut und Zuversicht. In einer der Fürbitten, die von Dechant Pater Andreas Tenerowics, Superintendent Dr. Hans-Georg Sundermann, einer Angehörigen und einer Mitarbeiterin des Onkologischen Forums vorgetragen wurden, bat die Vortragende um die „Kraft, die nötige Sensibilität aufzubringen, in der Begleitung der Kranken fürsorglich und respektvoll zu sein“. Dr. Sundermanns Predigt zuvor hatte intensiv Bezug genommen auf Andreas Dresens Film von 2011, „Halt auf freier Strecke“, „einen Film über den Tod, der uns auch die Freude vermittelt, am Leben zu sein“ (ZDF).

 

 

 

Für die Empathie und aufopfernde Bereitschaft, für ihre Patienten gegebenenfalls rund um die Uhr da zu sein, wurde den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Forums einen Tag später im Kreistagssaal vor über zweihundert geladenen Gästen von allen Seiten gedankt: von Landrat Klaus Wiswe, der auch im Namen des Celler Oberbürgermeisters Dirk Mende sprach, von Gründungspräsident Dr. Bernd-Wolfgang Raack, vom Vereinsvorsitzenden Dr. Manfred Lux, vom früheren Schulleiter Rudolf Hartmann, vom Festredner Dr. Günther Spahn wie auch von der stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Heike Otto. Otto setzte in ihrem Blick in die Zukunft dann unter anderem auf „verlässliche Spender“, die ein Stück Verantwortung für die Professionalität der Angebote übernehmen. Rudolf Hartmann als trauernder Angehöriger erlebte seine Begleiterin aus dem Onkologischen Forum vom ersten Moment an „eher als eine Freundin denn als Krankenschwester. Auch die Tote war für sie noch ein Mensch, dessen Würde geachtet wurde, die behandelt wurde mit Zärtlichkeit, ja Liebe, wie zu Zeiten, als sie noch lebte.“

 

 

  

Der Hämatologe und Onkologe Dr. Spahn, der in Mainz das „Institut für Integrative Krebstherapie“ betreibt, forderte das Forum in seiner eigens für das Jubiläum erstellten Festrede dazu auf, selbst die Diskussion zu suchen und mögliche hilfreiche Verzahnungen in der Krebstherapie zwischen traditioneller Schulmedizin, traditioneller chinesischer Medizin, Homöopathie und anderen komplementären therapeutischen Ansätzen auszuloten. 

Einige weitere Fotos finden Sie im Fotoalbum, eine Fotostrecke auch auf der Website von Celle heute: celleheute.de/onkologisches-forum-celle-feiert-20jaehriges-jubilaeum/?show=gallery

 

Landtagsabgeordnete zu Gast

 Am 10. Juni 2014 besuchten uns zwei Landtagsabgeordnete der CDU-Fraktion, Norbert Böhlke und Thomas Adasch. Wir waren dankbar, insbesondere Herrn Böhlke als damaligem sozialpolitischem Sprecher seiner Fraktion die Notwendigkeit erläutern zu können, Krebsberatung künftig als Leistung der sozialstaatlichen Regelversorgung einzuordnen und entsprechend abzusichern. Norbert Böhlke versprach, in diese Richtung weiterzudenken und "nach den Sommerferien" gemeinsam mit uns und der Niedersächsischen Krebsgesellschaft am Entwurf eines Finanzierungsmodells arbeiten zu wollen. Dazu wird es leider nicht mehr kommen. Durch seinen tragischen Tod im Juli verlieren wir einen hoch kompetenten Gesprächspartner. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie.

 

Onkologisches Forum Celle e. V. | Telefon 05141-217766 / E-Mail: info@onko-forum-celle.de